Der Arbeitsalltag eines Consultants: Melanie und Jan plaudern aus dem Nähkästchen

13.06.2017 von Martin Lotze in Arbeitsleben und Kultur
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Immer am Puls der Zeit, immer nah am Kunden und jederzeit mit neuen Ideen eigene Impulse setzen – die Arbeit eines Consultants ist unglaublich vielschichtig und herausfordernd. In Stellenanzeigen bleibt oft nur wenig Raum für die detaillierte Darstellung des Berufsalltags.

Für mehr Einblick sorgen unsere Consultants Melanie und Jan, die uns im Interview Rede und Antwort stehen und über den typischen Arbeitstag eines Consultants bei queo sprechen.

Steckbrief Melanie

Name: Melanie Gottschlich
Jobbezeichnung: Consultant
Wie lange bist du schon bei queo: seit Januar 2011

Steckbrief Jan

Name: Jan Drechsler
Jobbezeichnung: Consultant & Key Account Manager
Wie lange bist du schon bei queo: seit Mai 2011

 

Früher Vogel oder später Wurm? Wann geht’s morgens los?

Melanie: Ich fange gern eher zeitig an, obwohl ich das frühe Aufstehen gar nicht so sehr mag. Doch ich habe den Luxus mit dem Auto mitfahren und meinem Freund eine Fahrgemeinschaft bilden zu können. Deshalb startet der Tag bei mir meistens so gegen 7:30 Uhr.

Jan: Halb acht schaffe tatsächlich nur wenn ich es unbedingt muss, ansonsten bin ich gegen 8 Uhr im Büro. Ich erlaube mir allerdings auch mal ausgleichend, bei privaten Terminen oder wenn ich unbedingt mal ausschlafen möchte, erst gegen halb oder um zehn ins Büro zu kommen.

 

Gibt es bei euch sowas wie morgendliche Rituale?

Melanie: Ich gehe immer erstmal in die Küche Wasser holen und mache die Kaffeemaschine an, falls sie noch aus ist. Da freut sich meine Kollegin Jenny immer, wenn sie ins Büro kommt und die Maschine schon startklar ist J.  Dann esse ich am Platz ein kleines Frühstück, checke erstmal meine Mails, optimiere meinen Kalender und mache mir einen Plan wann ich was machen möchte am Tag.

Jan: So etwas wie ein morgendliches Ritual habe ich eigentlich nicht. Ich starte meist gleich richtig straight durch. Morgens ist in der Regel noch nicht viel los und man kann ganz in Ruhe und ohne Krach richtig was wegarbeiten. Häufig gibt’s erst noch einen Tee – ich bin kein Kaffeetrinker und so auch nicht zwingend auf die Kaffeemaschine angewiesen.

 

Und wie geht’s danach weiter? Welche Projekte habt ihr gerade auf dem Tisch?

Jan: Momentan bindet mich die Koenig & Bauer AG mit Ihren verschiedenen Projekten und Mandaten stark ein. Daran arbeite ich inhaltlich, beratend beim Kunden oder steuernd für das Team. Durch die Themenvielfalt der Etatbetreuung ist Langeweile ausgeschlossen. Daneben liegt das ein oder andere Akquise- oder Beratungsmandat anderer Kunden, jeweils für kurze Zeit, auf meinem Schreibtisch.

Melanie: Ich beschäftige mich derzeit vorwiegend mit Website-Themen. Zum einen arbeiten wir schon seit einiger Zeit intensiv an einem großen Website-Relaunch, zum anderen konzipieren wir gerade ein Research-Portal für Kunden aus dem Finanzbereich. Ansonsten arbeite ich vereinzelt an AOK-Portalprojekten und kümmere mich auch um das Neukundengeschäft, bearbeite dabei Anfragen zum Thema Website und begleite die Projektanbahnung.

 

Was ist euer Lieblingsprojekt/Herzensprojekt?

Melanie: Mir liegt besonders ein aktuelles Webprojekt für ein Bankhaus aus Frankfurt am Herzen. Das liegt vor allem an der Zusammenarbeit mit den Ansprechpartnern auf Kundenseite, weil man mit denen super auf Augenhöhe arbeiten kann und sie sehr gut in unsere Arbeitsstrukturen eingebunden sind. Außerdem habe ich das Projekt von Anfang bis Ende wachsen sehen und gerade jetzt, in der heißen Phase, freut man sich immer wieder über den Fortschritt.

Jan: Mein Herzensprojekt ist leider noch geheim, sollte jedoch Ende des Jahres das Licht der Öffentlichkeit erblicken.

 

Gibt es Aufgaben, die du besonders gern machst? Oder solche, die du gar nicht magst? Welche sind das?

Jan: Ich beschäftige mich total gern mit Kommunikationsproblemen bei Kunden und im Speziellen bei KBA. Was ich nicht so gern hab, sind Orga-Themen und Abstimmungen zu banalen Kleinigkeiten die dann oft auch gern mal zu große Dimensionen annehmen. Diese Sachen gebe ich dann lieber auch mal ab.

Melanie: Grundsätzlich mag ich es tatsächlich von Melanie Gottschlich ConsultantAnfang bis Ende an einem Relaunch mitzuarbeiten und das Webprojekt sukzessive vom Kundenworkshop hin zu einem großen Ganzen wachsen zu sehen. Sich dabei auch mal in Ruhe und am Stück einzuarbeiten und sich tiefgehend mit Anforderungen auseinanderzusetzen, ist immer ganz spannend. Wenn man mit dem Projektmanager ein gutes Tandem bildet, bleibt einem auch die Freiheit sich auf fachliche Themen zu konzentrieren und man wird nicht zu stark in die Projektsteuerungsrolle gedrängt. Genau das ist das Schöne am Consulting, dass man sich auch mal seine ungestörten Arbeitsphasen nehmen kann.

Was mir nicht so liegt sind Zwischenfälle wie Bugs während der Entwicklung und die damit verbundenen Klärungs- und Testaufwände. Das kann auch mal ganz schön langwierig werden und erfordert viel Abstimmung. Aber das gehört natürlich auch zum Projektalltag.

 

Was ist, wenn du mal nicht weiter weißt?

Melanie: Wir unterhalten uns ab und an im Büro über bestimmte Themen und Erfahrungen. Durch diesen Austausch gewinnt man immer wieder viele Tipps und andere Aspekte, die man bisher nicht berücksichtigt hat. Je nach Problemstellung kann man nach der internen Rücksprache auch direkt mal den Kunden ansprechen und ihm die Situation erklären und so gemeinsam zu einer Lösung kommen.

Jan: Genau, das sehe ich ähnlich. Es gibt Problemstellungen, da habe ich konkret ein oder zwei Leute im Team, die ich dann um Rat frage. Das sind dann aber selten inhaltliche Fragen, sondern eher Themen zur Kundenführung, die ich ungern alleine entscheide und bei denen ich mir dann gern eine Stimme oder Meinung aus dem Team einhole. Ab und zu frage ich dann aber auch mal direkt beim Kunden nach.

 

Und wenn die Motivation mal im Keller ist?

Melanie: Mir hilft dann häufig schöne Musik oder eine kurze Pause und ich gehe auf den Balkon oder die Terrasse. Längere Tiefs hab ich eigentlich nicht. Klar, es gibt immer mal Tage, da läuft es nicht so gut und man überlegt woran es liegen kann. Gab es viele Störfaktoren oder warum kommt man nicht richtig voran? Meistens wird dann der nächste Tag dann schon viel besser (lacht).

Jan: So ein richtiges Motivationstief kenne ich eigentlich gar nicht. Mir fehlt manchmal die Lust für eine bestimmte Aufgabe –  doch viele parallele Projekte machen es möglich, andere Aufgaben vorzuziehen.  Wenn ich merke, dass gar nix voran geht, dann breche ich auch schon mal ab, mache eine Pause, gehe an die frische Luft oder arbeite von zu Hause weiter.

 

Wie sieht die Pausengestaltung bei euch im Consulting aus?

Jan: Bei mir ist das aktuell ein Mix aus Mittagessen gehen mit Kollegen, in der Kochgruppe des Teams essen oder manchmal auch mitkochen und ab und zu auch einfach mal alleine rausgehen und frische Luft schnappen.

Melanie: Bei mir ist das auch von Tag zu Tag unterschiedlich. Zwei oder drei Tage die Woche koche ich zu Hause und bringe mir dann was mit auf Arbeit. Ansonsten versuchen wir uns im kleineren oder mittleren Kollegenkreis zum Kochen zusammenzufinden. Gerade jetzt, wenn das Wetter so schön ist, sitzen wir fast jeden Tag auf unserer Terrasse und essen dort. Und je nachdem wie man es schafft, sind die Mittagspausen dann auch mal kurz oder lang. Einfach mal rauszugehen tut aber auch gut, vor allem an Tagen, an denen man nicht so richtig vorankommt. Da kann auch schon mal ein kurzer Ortswechsel helfen.

Consulting_Mittag
Mittagspause auf der queo Terrasse

 

Wenn du dein Team in drei Worten beschreiben müsstest, welche wären das?

Jan: Das Erste ist “laut”.

Melanie: “Lustig” auf jeden Fall.

Jan: Ich würde sagen wir sind sehr neugierig, stellen viele relevante Fragen und weisen auf den richtigen Punkt hin – aber positiv.

Melanie: Wir übersetzen auch komplexe Anforderungen und Probleme, sowohl von Kundenseite als auch aus den Teams.

Jan: Also “laut”, “lustig” und “Übersetzer”.

 

Was zeichnet Consultants bei queo deiner Meinung nach im Vergleich zu anderen Positionen besonders aus?

Jan: Wir haben in der Regel das größte Verständnis vom Projekt und Kunden.

Melanie: Wir sind außerdem eher die inhaltliche Schnittstelle vom Kunden zum Projektteam.

Jan: Genau, in manchen großen Projekten sind wir auch die direkte Anlaufstelle für Kundenrückfragen. Natürlich gibt es auch Ausnahmen wie in den AOK-Projekten, in denen alle Anfragen über die Projektmanager laufen.

Melanie: Diese Schnittstellenfunktion,cbc-teamtag auch zwischen den Teams, unterscheidet uns schon von den anderen Units. Wenn beispielsweise ein Designer etwas entwirft, geben wir inhaltliches Feedback. Oder wenn ein Entwickler die Anforderung umsetzt, dann testen wir auch das inhaltlich und ob alles den Kundenabsprachen und Anforderungen entspricht. Und wie gesagt, teilweise sind wir auch Übersetzer für Feedback und Kommentare aus den Teams oder übersetzen beispielsweise das eigentliche Zielgruppenproblem für den Kunden, um zu einer nachhaltigen Kommunikationslösung zu gelangen.

 

Was würde euer Head (Hellen)  speziell über euch als Consultant sagen, wenn ich sie jetzt spontan fragen würde?

Melanie: Wahrscheinlich würde sie sagen, dass wir sehr genau und gewissenhaft sind und dass wir, egal wie groß das Problem ist oder wie komplex die Anforderung, immer selbst einen Weg und eine Lösung finden.

Jan: Das stimmt, wir arbeiten tatsächlich sehr selbstständig und unsere Ergebnisse haben dann auch Hand und Fuß.

Melanie: Außerdem glaube ich, dass sie an uns auch Verlässlichkeit und das gegenseitige Vertrauen sehr schätzt.

Feierabend: Wann wird der Rechner runtergefahren und wie endet dein typischer Arbeitstag?

Melanie: Ich bin da immer relativ strikt. Ich nehme nur selten den Laptop mit nach Hause, außer ich habe noch irgendwas offen oder am nächsten Tag zu präsentieren. Da ich auch nicht allzu spät anfange, höre ich auch nicht so spät auf. Die Fahrgemeinschaft vom Morgen nutze ich auch auf dem Rückweg und so geht es meistens zwischen 16.30 und 18.00 Uhr heim.

Jan: Ich mache meinen Rechner fast nie aus. Da schimpft die IT auch immer schon mit mir. Ich nehme ihn aber auch in aller Regel mit nach Hause für den Fall, dass ich doch noch einmal was erledigen muss und um mir die Flexibilität zu wahren, dass ich morgens doch noch nicht gleich ins Büro komme und von zuhause aus arbeiten kann. Mein Arbeitstag endet ansonsten komplett unterschiedlich, da habe ich keine Routine. Von 16.00 bis 19.00 Uhr ist alles dabei, das kommt ganz auf den Tag an.

Mein letzter Akt ist immer der Kontrollblick, ob mein Schreibtisch ordentlich ist. Andere Leute sagen mir immer es sieht so aus, als wäre ich im Urlaub oder würde nicht mehr hier arbeiten (lacht). Aber mein Schreibtisch muss ordentlich aussehen.

 

Und nach der Arbeit? Wie lässt du den Tag ausklingen?

Melanie: Nach der Arbeit gehen mein Freund und ich manchmal noch zu Freunden oder wir kochen und ruhen uns nach einem anstrengenden Tag einfach mal aus.

Jan: Bei mir ist es ähnlich. Bestenfalls esse ich mit meiner Freundin zuhause und wir quatschen über unseren Tag. Und es ist immer ein guter Feierabend wenn noch irgendwas am Abend passiert, man rausgeht, ins Kino, sich mit Freunden trifft oder gemütlich zuhause einen Film oder eine Serie schaut.

Teamabend bei den Consultants

 

Welches Buch habt ihr zuletzt gelesen?

Melanie: Zuletzt las ich “Gone Girl” und aktuell lese ich “Das Schneemädchen”, einfach weil es mir irgendwann in die Hände fiel als ich schnell ein Buch für den Urlaub brauchte. Als nächstes lese ich dann “Die Kunst des klaren Denkens”.

Jan: Verrückt! Du hast schon einen Plan was du als nächstes liest (lacht). Zuletzt las ich einen verkappten Reiseführer von Barcelona, geschrieben von jemandem der dort seit 15 Jahren lebt. Ich war selbst zuletzt in Barcelona und wollte schon im Vorfeld etwas stöbern.  Aktuell lese ich noch “Good Strategy/Bad Strategy”, von einem amerikanischen Autor, der lange in der Unternehmensberatung war und sich mit guten und schlechten unternehmerischen Strategien auseinandersetzt.

 

Letzte Frage: Wenn du die Möglichkeit hättest, etwas an deiner Arbeitstätigkeit zu verändern, was wäre das?

Jan: Mehr Aufgaben an Projektmanager abgeben wäre toll. Aber das ist mein ganz individuelles Problem (lacht).

Melanie: Für das nächste Projekt würde ich mir zur Abwechslung mal wieder ein Thema mit Mediastrategie und Mediaplanung wünschen, da das auch ein Interessens- und Spezialgebiet von mir ist. Ansonsten bin ich rundum zufrieden und genieße die Zusammenarbeit mit wenigen, ausgewählten Kunden und festen Projektteams bei großen Projekten.

 

Liebe Melanie, lieber Jan, vielen Dank für dieses Interview!

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