queo stellt sich vor: Hanna

05.09.2017 von queo in Kultur
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Wir von queo sind ein Team aus über 90 Mitarbeitern an den Standorten Dresden, Hamburg und Solothurn. So viele Mitarbeiter – so viele Lebensläufe. Wir sind ein sehr heterogenes Gespann. Was uns eint sind die Werte: Charakter, Talent und Leidenschaft. Und eben die Tatsache, dass unsere Wege zu queo meist nicht geradlinig verlaufen sind. Denn nur wer neugierig auf die Welt ist, schaut sich um. Was für interessante Geschichten hinter solch kurvigen Lebensläufen stecken und wie sich diese in der täglichen Arbeit wiederfinden, zeigen wir in unserer neuen Blogreihe „queo stellt sich vor“. Unverstellt erzählen die queos selbst aus ihrem Leben und ermutigen damit, neugierig zu sein und mit Leidenschaft Dinge zu bewegen.

Los geht es mit Hanna vom Team Consulting. Seit 2016 bei uns, erst als Werkstudentin, dann als Festangestellte. Den Rest erzählt sie selbst…

Vor etwas mehr als einem Jahr habe ich bei queo das erste Mal meinen Rechner hochgefahren. Schön, dass ich nun die Möglichkeit habe ein wenig in der Vergangenheit zu wühlen. Denn mein Lebenslauf ist nicht wirklich gerade, eher kurvig mit Ecken und Kanten. So wie bei vielen Menschen bei queo.

consulting

Geboren bin ich in Karlsruhe. Fast das letzte Eck kurz bevor man in die Schweiz stolpert oder zufällig in Frankreich landet. Nach meinem Abitur habe ich mich mehr für eine Stadt und die Menschen entschieden, anstatt mir Gedanken um meine berufliche Entwicklung zu machen. Also bin ich in das schöne Freiburg im Breisgau gezogen. Und weil ich meinem eigenen Anspruch doch irgendwie gerecht werden musste (schließlich folgt nach dem Abitur zwingend ein Studium), habe ich ein Studium der europäischen Ethnologie, Neue Deutsche Literatur und Gender Studies begonnen. Eigentlich nicht schlecht, dachte ich, schließlich interessiere ich mich für gesellschaftliche Strukturen, lese viel und gerne und für die Gleichberechtigung der Frau bin ich sowieso seit ich im Kindergarten gelernt habe, dass mein Körper mir gehört.

Um mir mein Studium zu finanzieren, suchte ich mir natürlich verantwortungsbewusst einen Nebenjob. Es wurde eine Diskothek … Ich mache es an dieser Stelle kurz – nach drei Semestern habe ich das Studium aufgegeben. Ich musste mich umorientieren. Also habe ich mein Selbstbild einer Studentin aufgegeben. Anstatt des Studiums wurde es eine Ausbildung zur Logopädin und anstatt der Diskothek wurde es ein Café, denn so konnte ich die Nächte zum Schlafen nutzen.

Während der Ausbildung bekam ich wohl das erste Mal eine Vorahnung, welchen Anspruch ich an mich und meine Arbeitsweise habe. Anstatt mit meinen Patienten an den Symptomen zu arbeiten, wollte ich an die Ursachen.

(Vielleicht ein Beispiel: Ein Stotternder geht in eine Bäckerei und möchte ein Brot kaufen. Meine Arbeit als Logopädin wäre es nun gewesen, die Aussprache des Stotternden so zu optimieren, dass sich keiner in der Bäckerei gestört fühlt und der Herr schnell an sein Brot kommt. Mein Anspruch ist es jedoch, all die anderen in der Bäckerei über die Symptome aufzuklären, Verständnis zu schaffen und dann ganz selbstverständlich dem Mann sein Brot auszuhändigen.)

Um mir den erfolgreichen Abschluss der Ausbildung noch etwas zu erschweren, habe ich ein wunderbares Mädchen in die Welt gesetzt, das nun schon seit ihrer Geburt sprachlich gefördert wird… anfangs 24/7 im Tragetuch. Als meine Tochter laufen lernte, sind wir zusammen gegangen – erst nach München, dann nach Augsburg. Ich nahm einen Job in einem Kinderhaus an.  Ein Jahr lang hat meine Tochter in der Krippe mit Kindern gespielt, deren Eltern sie am Ende jeden Tages wieder abholten, während ich mit Kindern gearbeitet habe, deren Eltern jegliches Interesse an ihren Kindern verloren hatten.

Weil ich es nicht geschafft habe, mir ein dickes Fell zuzulegen sind wir weiter gezogen in die Stadt, die wir beide seit einiger Zeit als Heimat bezeichnen – Dresden. Mittlerweile war mein Drang, an den Ursachen gesellschaftlicher Problematiken zu arbeiten, anstatt an den Symptomen, noch stärker geworden und ich wagte den für mich bislang größten Schritt. Ich begann ein Studium der Kommunikationswissenschaft an der TU Dresden und meine Leidenschaft wurde entfacht. Am Tag lernte ich alles über kommunikationswissenschaftliche Theorien, in der Nacht lernte ich an der Praxis, denn auch diesmal zog es mich wieder in die Gastronomie, um Geld zu verdienen.

Durch das magische Dreieck aus Kind, Studium und Nebenjob lernte ich vor allem eins – es braucht Leidenschaft, einen starken Willen und Mut, um sich selbst zu verwirklichen. Meine eher mittelmäßigen Klausurnoten konnte ich mit hitzigen Diskussionsbeiträgen ausgleichen. Eher untypisch, wie ich feststellte. Das fand mein Professor auch und stellte mich an seinem Lehrstuhl an.

Das magische Dreieck verschob sich so zu einem Binärcode aus Privatleben und Arbeit. Privat war ich damit beschäftigt, meiner Tochter beim Wachsen zuzusehen, während der Arbeit entwickelte ich meine Leidenschaft weiter: Aus der eher subjektiven Ursachenerforschung wurden datenbasierte Analysen. Doch irgendwann wurde es Zeit für den nächsten Schritt, für neue Herausforderungen – einen Blick in das spätere Berufsleben.

Ich verließ den weichen Schoß der Theorie und ging in die freie Wirtschaft. Studentin blieb ich trotzdem. Auf einmal fand ich mich zwischen Mikrochips und Angela Merkel wieder. Zwei Jahre arbeitete ich bei Globalfoundries in der PR und Kommunikation. Ich lernte auch dort eine Menge. Über Strukturen von global agierenden Großunternehmen, über unternehmensinterne und -externe Politik, über wirtschaftliche Schwankungen, über staatliche Förderungen und Entlassungswellen. Und vor allem über die richtige Kommunikation all dieser Themen. Nach zwei Jahren war ich längst wieder in meiner Komfortzone angekommen und wurde unruhig.

In einem Masterseminar, das sich mit den zukünftigen Berufsfeldern des Studiums auseinander setzte, war es soweit: Nach relativ ernüchternden Vorträgen standen Niklas und Bernhard von queo vor uns Studenten. Und sie verlangten uns doch tatsächlich einiges ab! Wir sollten mitdenken! Kreativ sein! Gemeinsam zum Ziel kommen! Ich wurde neugierig. Und ich wollte ein Teil dieses Arbeitsprozesses werden – ich wollte ein Teil von queo werden. Nach dem Vortrag kamen wir ins Gespräch und siehe da, die Neugier beruhte auf Gegenseitigkeit. Also habe ich freudig meinen Papierhaufen zusammen gepackt und wurde Mitglied der queo-Familie.

Mittlerweile habe ich hier mehr als nur einen Papierhaufen angesammelt. Das liegt vor allem daran, dass ich vom ersten Tag an tatsächlich ein Teil von queo wurde. Hier war er, der sprichwörtliche Sprung ins kalte Wasser. Ich hatte sehr schnell die Verantwortung für Kunden, durfte mich kreativ austoben und stetig meinen Horizont und meine Grenzen erweitern. Und ich konnte mich meiner Leidenschaft widmen. Denn queo möchte kein Pflaster sein, das die Symptome verdeckt. Es geht um Nachhaltigkeit und langfristige Kundenentwicklung – um Ursachen.

Rückblickend schaue ich auf viele schöne Momente bei queo. Die schönsten Momente sind, wenn der Papierstapel voll Ideen zu leben beginnt, sich entwickelt, Formen, Farben und Worte bekommt. Heute fahre ich meinen Rechner hoch und kann die Papierstapel des letzten Jahres vor mir sehen – auf Webseiten, in Social Media Kanälen, in der Lebenswelt der Menschen.

Das letzte Kapitel meiner Masterarbeit habe ich vor ein paar Monaten beendet und gleichzeitig ein neues Kapitel an der Uni geöffnet. Es zieht mich zurück in den wissenschaftlichen Arbeitsalltag. Mit zwei weinenden Augen verlasse ich queo und meine Papierstapel für eine Stelle an der TU Dresden. Doch vielleicht ist es nur ein Abschied auf Zeit?

Was ich von queo in Erinnerung behalten werde, ist ein tolles Team, viele spannende Projekte und das Wissen, mit Mut zur Kreativität und Leidenschaft an der Arbeit können Ideen lebendig werden. Denn auch im kalten Wasser lässt es sich verdammt gut schwimmen!

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