queo on Tour: OFFF 2018 in Barcelona

22.06.2018 von Oliver Kowald in Arbeitsleben und Events
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Als Designer von queo kommt man echt rum. Nachdem ich im letzten Jahr die CXI Konferenz in Bielefeld besuchen durfte, ging es dieses Jahr nach Barcelona zur OFFF. Ich nutzte die Gelegenheit eines Kurzurlaubs in der Gegend und durfte mich ins Getümmel stürzen. Nach Bielefeld also Barcelona. Klingt erstmal nach Upgrade. Und schließlich ist die OFFF für viele das Designfest schlechthin. Für mich allerdings nur eines von vielen. Aber eins nach dem anderen.

Zum 18. OFFF Festival zog es wieder tausende Kreative nach Barcelona. Drei Tage lang ließ sich in Vorträgen von namhaften Künstlern aus aller Welt reichlich Inspiration tanken. Thematisch wurde dabei ein breites Feld, von Lettering und Illustrationen bis hin zu 3D- und Motion-Design, abgedeckt.

Eröffnet wurde das Ganze vom italienischen Kreativ-Duo Mathery, die das diesjährige Erscheinungsbild des OFFF Festivals und den Opening-Film entwickelten. Sie nahmen die verlorengegangene, bzw. kaum mehr bekannte OFFF-Bedeutung als Aufhänger: neue, verrückte Festival-Mottos zu entwickeln und diese bildlich umzusetzen. So entstanden etwa das “Optimistic Freckled Friends Festival”, das “Oily Furry Fingers Festival” oder das “Orange Fringed Fathers Festival”, die an unterschiedlichen Stellen der OFFF gespielt wurden. Auch der Entstehungsprozess hinter dem Opening-Film wurde präsentiert.

Während der drei Tage standen verschiedenste Speaker aus diversen Disziplinen auf dem Programm. Teilweise boten sie kreativen Output zu bestimmten Themen, Tools oder Techniken. Zum Teil gaben die Künstler aber auch Einblick in ihr Portfolio, wobei mir mehrmals inhaltlich die Quintessenz fehlte. Darüber hinaus hat es der ein oder andere Speaker nicht geschafft, die Zuschauer mitzureißen und zu unterhalten. So wurde es trotz handwerklich ausgezeichneter Arbeiten stellenweise leider langweilig.

Ein Highlight war hingegen die Präsentation von James Victore, von dem ich schon einige Vorträge kannte. Ich hatte ihn allerdings noch nie live erlebt. Er hat eine unglaubliche Bühnenpräsenz und verkörpert eine faszinierende Leidenschaft und Begeisterung für seine Arbeit, die ansteckend ist. Er offenbarte jedem Künstler im Publikum den Gedanken hinter seiner Arbeit: “put yourself in your work“. Seine Kreationen bilden seine Meinungen und Ansichten zu Dingen und Themen ab. Dadurch erreicht er zwar nicht jeden, jedoch genau sein Publikum. „I am not for everyone. I don‘t try to be. I‘m only for the sexy ones.“

Ebenfalls interessant fand ich den Vortrag von Facebooks “Director of Design Systems and Tooling”. Er  gab spannende Einblicke in das Arbeiten als Facebook-Designer. So wurden z. B. Tools und intelligente Plug-Ins für bestehende Programme entwickelt. Facebook ermöglicht seinen Designern damit eine konsistente Zusammenarbeit untereinander, aber auch mit Entwicklern, Textern, Konzeptern und anderen Kreativen. Auch die Präsentationen von “Dogstudio” und Jeff Boddy (The Mill) boten spannende Einblicke in die Arbeitsweisen der beiden Kreativ-Studios.

Neben den Stages hatte vor allem Adobe allerhand aufgebaut, um ihre Produkte zu bewerben und Neuheiten vorzustellen. Daneben lockten Mitmachaktionen und innovative Produkte von z. B. DJI und kleineren, lokalen Anbietern die Besucher an ihre Stände. Im Außenbereich standen einige Foodtrucks, um die hungrige Meute zu verköstigen und den Durst zu löschen. Das war es nur leider schon auf den „Nebenschauplätzen“.

Auch die Organisation vor Ort war nicht immer optimal. Es gab es zu wenig Plätze für zu viele Besucher. Das mündete in langen Schlangen vor den Zugängen und schließlich in Eingangsstopps. So konnten nicht alle Interessierten die Präsentationen sehen. Zudem wäre eine genauere Beschreibung der einzelnen Sessions wünschenswert gewesen. Hinter dem Auftritt einer Kreativ-Direktorin von Dropbox hätte ich z.B. nicht erwartet, dass es sich um das Thema Burnout dreht. Die eine oder andere Entscheidung für oder gegen eine Präsentation hätte so durchaus anders ausfallen können.

Wie ihr merkt bin ich hin- und hergerissen. Auf der einen Seite hatte ich drei gute Tage, bei denen ich  Einblicke in verschiedene interessante Projekte, Arbeitsweisen und Ansichten bekommen habe. Außerdem habe ich reichlich kreative Inspiration mit zurück nach Dresden genommen. Auf der anderen Seite hätte ich mir von einer Veranstaltung dieser Größe ein vielfältigeres Angebot außerhalb der einzelnen Sessions vorgestellt. Einige Speaker haben mich, sowohl den Inhalt als auch die Präsentationsfähigkeiten betreffend, sogar enttäuscht. Gerade wenn ich den Vergleich zur letztjährigen CXI Konferenz in Bielefeld ziehe, muss ich sagen, dass mir die Präsentationen dort insgesamt besser gefallen haben.

Würde ich die OFFF also wieder besuchen? Wenn ich sowieso gerade in Barcelona wäre oder in der Gegend zusätzliche Urlaubstage verbringe – wahrscheinlich schon. Extra für den Besuch der OFFF anreisen würde ich hingegen nicht. Es gibt auch sehr gute Alternativen, die näher gelegen sind.

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