Gemeinsam erfolgreich: queo als Netzwerk für Gründer und Unternehmen

07.10.2016 von Johanna Darbritz in Markenwelt und Unternehmen
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12 Jahre Firmengeschichte haben zahlreiche Ideen und Produkte hervorgebracht – und ein Ende ist nicht in Sicht. Dominik Bock, Director Business Services, beschreibt im Interview den Kurs für die kommenden Jahre und wie queo anderen Menschen bei ihrem Weg in die Existenzgründung helfen kann.

 

Auf der neu gelaunchten Website www.queo.de findet sich in der Navigationsleiste der Punkt „Partnerschaft“ – was verbirgt sich dahinter?

Dominik: Im Grunde verbirgt sich dahinter, dass wir andere Unternehmer suchen, die sich an der queo-Geschichte beteiligen und sie mit uns gemeinsam weiterschreiben möchten. Das sind einerseits Menschen, die schon als erfolgreiche Unternehmer tätig sind und die das mit uns in einem stärkeren Verbund weiter ausbauen möchten und andererseits Gründer.

Was bedeutet das ganz konkret?

Dominik: Gründer stehen noch am Anfang, haben eine Idee und suchen vielleicht jemanden, der sie unterstützt – vor allem in den Bereichen Marketing und Technologie. Zusätzlich haben wir natürlich auch unser Netzwerk, was über die Jahre gewachsen ist, und was wir neuen Gründern gerne zur Verfügung stellen wollen. Wenn ich von Beteiligungen und Partnern spreche, dann meine ich Unternehmer, die schon einige Jahre tätig sind. Die stehen jetzt aber vielleicht an einer Stelle, an der sie entweder nicht weiterkommen oder sie merken, dass es im Verbund mit anderen Unternehmern besser vorangehen würde. In diesem Fall kann queo mit seinen über 80 Experten eine gute Ergänzung sein.

 

Dominik Bock - Director Business Services bei queo

 

Gibt es dazu schon ein Beispiel aus der Praxis?

Dominik: Ja, im April dieses Jahres haben wir uns an vividot beteiligt – einem Spezialdienstleister im Eventbereich – und haben nun gemeinsam die ersten Monate bestritten. Wir haben vieles integrieren und zahlreiche Prozesse aufeinander abstimmen können und sind nun dabei, die Potentiale und Synergien nach und nach zu erschließen. Die Hausaufgaben haben wir gemacht, der Ertrag wird aber sicherlich erst Ende des Jahres bzw. Anfang 2017 zu spüren sein.

Was sollte ein Gründer mitbringen, der sich an queo wendet?

Dominik: Er sollte auf jeden Fall unternehmerisch denken, handeln und entscheiden. Da verbirgt sich ganz viel dahinter: für die eigene Idee zu stehen, für sie zu leiden und sich nicht in Kleinigkeiten zu verlieren. Aber am wichtigsten ist die Überzeugung, für etwas ein- und geradezustehen und in dieser Überzeugung die eigene berufliche, ja die unternehmerische Zukunft zu suchen und zu finden.

Du sprichst von der Idee –  hat queo diesbezüglich bestimmte Vorstellungen oder auch Einschränkungen?

Dominik: Bevorzugt sollte die Idee natürlich etwas mit unseren Geschäftsfeldern zu tun haben, sprich mit unseren Servicemarken queoflow und queospark, oder vividot bzw. unseren Produktmarken Barbuda oder sqid. Dort kennen wir uns aus und haben mehr einzubringen. Sicherlich sind Gründer, die mit komplett „artfremden“ Produkten oder Dienstleistungen an den Markt gehen wollen für uns nicht interessant, denn wir können ihnen keinen wirklichen Mehrwert bieten. Dann wären wir vielleicht ein guter Dienstleister, aber kein wirklicher Gründungspartner.

Wie finde ich am besten heraus, ob meine Idee zu queo passt?

Dominik: Am besten mit Ideenskizzen oder sogar einem Businessplan – je nachdem wie der aktuelle Stand so ist – darüber sollte man dann mit uns ins Gespräch kommen. Auch für uns ist das interessant, weil man auf diese Weise immer wieder unterschiedliche Denk- und Herangehensweisen kennenlernt.

Stichwort Grundkapital: Was sollte ein Gründer mitbringen, was leistet queo?

Dominik: Wir verstehen uns nicht als Finanzierer, der eine komplette Frühphase stemmen kann. Wir sehen unseren Input stärker in den Bereichen Netzwerk, Technologie und Marketing. In bestimmten Situationen können wir uns natürlich auch gewisses finanzielles Engagement vorstellen – glauben aber, dass der wichtigere Teil in den anderen Punkten steckt.

 

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Wie sieht es aus, wenn ein queo eine Idee hat? Können sich auch Mitarbeiter als Gründer bewerben?

Dominik: Ja unbedingt! Es gibt viele queos, die erste Berufserfahrungen mit uns gesammelt haben und bei denen wir verstärkt Gründungs- oder Selbstständigkeitsgedanken wahrgenommen haben. Wir sind natürlich sehr daran interessiert, dass Mitarbeiter, wenn sie sich mit dem Gedanken beschäftigen, zuerst mit uns reden. Nur im Gespräch können wir schauen, ob es vielleicht eine Form der Zusammenarbeit gibt. Das ist uns natürlich lieber, als dass sie es mit Accelerators oder Venture-Capital-Gebern realisieren.

Was erhofft sich queo von der Zusammenarbeit?

Dominik: Im Bereich Gründer ist es vor allem der gemeinsame Weg und das Interesse, Menschen kennenzulernen, die etwas bewegen, etwas verändern wollen – die an etwas glauben. queo ist mit über 80 Mitarbeitern in einer guten mittelständischen Größe angekommen – und der eine oder andere, der besonders schnelle Veränderungen möchte – der mag schon das Gefühl haben, dass es zu langsam vorangeht. Bei den Beteiligungen geht es uns natürlich auch um die Experten und Expertise, die in den Unternehmen aufgebaut wurde und die wir bei queo in der Tiefe oder auch generell noch nicht haben.

queo wurde selber vor einigen Jahren von Studenten gegründet. Spielt dieser Gründungskern eine Rolle?

Dominik: Charakter, Talent und Leidenschaft ist das, was uns ausmacht. Und das wollen wir auch bei allen Partnern sehen, mit denen wir zukünftig gemeinsame Wege beschreiten: Jeder queo oder Partner sollte seinen ganz eigenen, für die Gemeinschaft förderlichen Charakter haben, sollte ein ganz besonderes Talent besitzen und die nötige Leidenschaft haben, um Ideen nicht nur im Kopf entstehen zu lassen, sondern sie auch auf die Straße zu bringen.

Und wenn du eine Idee hättest, warum würdest du damit zu queo kommen?

Dominik: Das ist für mich schwer zu beantworten, da ich queo natürlich kenne. Ich denke, ein Vorzug ist unsere Authentizität und unser partnerschaftliches Handeln. Außerdem haben wir eine sehr sachorientierte Herangehensweise, die keine Luftschlösser oder waghalsige Experimente zulässt. Durch unsere Marken queoflow und queospark können wir von der Softwareunterstützung bis zum Kommunikationskonzept aus einer Hand wirklich umfassend unterstützen – das ist sicherlich eine Besonderheit.

In Dresden gibt es, gerade im universitären Umfeld, viele Maßnahmen zur Förderung von Gründern. Hat der queo Hauptstandort etwas mit den Plänen zu tun?

Dominik: Nicht so sehr. Start-up-Stadt ist immer noch Berlin. Dresden hat insofern nur etwas damit zu tun, dass wir sehr mit unserer Stadt verbunden sind. Auch wenn es nicht der Nabel der Welt ist, freuen wir uns natürlich, wenn hier Unternehmen entstehen, die dann auch ihren Hauptsitz hier haben.

Kannst du mir deine Vision für diese Bestrebungen beschreiben?

Dominik: Ich stelle mir das Ganze als ein Netz vor, nichts Starres, sonders etwas, was wächst, woraus man sich aber auch wieder lösen kann. Spannende Projekte für queo und spannende Menschen, die gemeinsam etwas erreichen wollen.

Möchtest du noch etwas ergänzen?

Dominik: Gründer sollten sich schon mit ihrer Idee und auch der Situation beschäftigt haben. Die Frage innerlich klären – möchte ich überhaupt einen

Partner haben? Bin ich z.B. bereit, Anteile von meinem Unternehmen abzugeben? Bin ich bereit, an meiner Idee zu arbeiten, sie gegebenenfalls sogar zu verändern? Als Gründer sollte ich mir auch schon mal Gedanken über mögliche Konsequenzen gemacht haben. Wir werden Ideen nicht komplett durchfinanzieren und demjenigen bspw. ein „Anstellungsverhältnis als Gründer“ bieten. Derjenige muss als Gründer agieren – und wir werden ihm dabei zur Seite stehen, aber wir können ihm nicht alle Risiken und auch Schmerzen abnehmen, die man in dieser Zeit eben durchstehen muss. Es sollte keiner zu uns kommen der sagt: „Ihr sorgt schon dafür, dass ich erfolgreich werde.“, sondern: „Ich glaube, dass wir gemeinsam erfolgreicher sein werden.“

 

Dominik Bock_queo

 

Fotos: Nicole Altenburg

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